Gründungsaufruf

Veröffentlicht von on Jan 17, 2014 in Allgemein | 9 Kommentare

Ein offenes Schloss für eine weltoffene Stadt  

Am 12. Juni 2013 wurde der Grundstein für das Berliner Stadtschloss gelegt. Seitdem beginnt der Wiederaufbau nach dem Entwurf des Architekten Francesco Stella.

Der Entwurf sieht einen Bau vor, der zu drei Außenseiten die Fassade des alten Berliner Stadtschlosses nachbildet. Als vierte Außenseite – die Seite, die zur Spree zeigt –  ist ein moderner Flügel geplant, der sowohl in der Fachwelt als auch bei den Berliner Bürgerinnen und Bürgern wenig Zustimmung findet.

Wir stellen den Entwurf von Francesco Stella nicht grundsätzlich in Frage. Wir fordern, dass auf den Bau des Ostflügels verzichtet wird.

Wir wollen ein Schloss, das sich nach Osten öffnet. Wir wollen ein offenes Schloss, das ein Sinnbild für die Einheit von Ost und West ist. Wir wollen ein Schloss, das offen ist für eine grüne Berliner Mitte.

Wir wollen ein offenes Schloss für eine weltoffene Stadt. Wir rufen die Berlinerinnen und Berliner auf, in gemeinsamer bürgerlicher Initiative das Schloss in dieser offenen Form zu bauen.

Sprecher der Bürgerinitiative:       

Matthias Dittmer
Michael Knoll
Jörg Rommerskirchen
Peter Schwarz
Corinna Wieland

9 Kommentare

  1. Matthias E. Lollert
    17. Januar 2014

    Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin begeistert von Ihrer Initiative, die mir aus dem Herzen spricht ! Unser Stadtschloss würde durch die Umsetzung des grandiosen Entwurfes zur Öffnung als Gebäude eine erhebliche Aufwertung erfahren, die auf das gesamte architektonische Umfeld abstrahlte. Ein Flanieren vom Dom die Spree entlang wäre mit dem Blick in den sich öffnenden Schloßhof ein unvergessliches Erlebnis, insbesondere auch für die Besucher unserer Stadt ! Es gilt daher, den Bau des Fremdkörpers in Form eines Verwaltungstraktriegels unbedingt zu verhindern, die Stadt vor einem architektonischen Fehler zu bewahren, ihr ein weiteres gern besuchtes Baudenkmal zu geben und nicht zuletzt der Welt zu zeigen, daß in Berlin Volkes Wille ernst genommen wird !
    Mit besten Grüßen Matthias E. Lollert

    PS: leider habe ich erst eben vom Gründungstermin Ihrer Initiative erfahren, hätte sonst teilgenommen.

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  2. Peter Hertel
    18. Januar 2014

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    auf mich, als jahrelangen Förderer und Sympathisanten der Idee des Wiederaufbaus des Berliner Stadtschlosses wirkt Ihre Initiative doch sehr befremdlich. Über ein Jahrzehnt lang wurde über die Gestaltung des Wiederaufbaus in einem demokratischen Prozess beraten, Sie hätten sich dort gerne mit einbringen und mit gestalten können.
    Jetzt, wo der Bau längst begonnen hat, wollen Sie einen Baustopp bewirken, das hätte katastrophale Folgen für unser Projekt. Denken Sie nur an BER und andere missglückte bzw. extrem verzögerte Großprojekte in Berlin/Brandenburg.
    Nein, aus meiner Sicht wollen Sie den Wiederaufbau des Schlosses verhindern und damit den Willen der meisten Berliner und Berlinerinnen schlicht ignorieren.

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    • Steff Ulbrich
      20. Januar 2014

      Gut Ding will machmal Weile haben.

      Ich kann mich noch gut an die Forderungen erinnern, das Schlossgelände eine Generation lang NICHT zu bebauen, um aus dem Abstand heraus eine weise Entscheidung treffen zu können.

      Der Abriss des Schlosses, der Abriss des Palasts der Republik, die disneyesken Pläne zum Wiederaufbau des Schlosses, eine Abfolge des wie-du-mir-so-ich-dir.

      Erst die Idee des offenen Schlosses, so simpel wie genial, hat die Kraft zur Versöhnung und bietet die Möglichkeit das kindische Racheszenario zu durchbrechen.

      Ob das schlechte Remake einer untergegangenen Epoche für mehr als 500 000 000 € den Willen der meisten Berliner repräsentiert wage ich zu bezweifeln.

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  3. Joerg Niemer
    18. Januar 2014

    Leute, ich bin schwer begeistert von der Idee des offenen Schlosses. Zwar bin ich vor über 20 Jahren ins Ruhrgebiet „ausgewandert“, trotzdem ist Berlin weiter meine Stadt und ich verfolge interessiert wie die Stadt sich entwickelt. Für mich hätte es auch bei einer grünen Wiese bleiben können, auf der man nach einem ausgedehnten Stadtbummel seine müden Knochen ausruhen kann. Aber wenn es schon eine Bebauung sein „muss“ dann doch bitte die offene Variante, auch als Symbol für eine offene Stadt.

    Glück Auf!
    Joerg Niemer

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  4. hartmut Hoeft
    19. Januar 2014

    von der Bürgerinitiative habe ich von meiner frau erfahren, die an der gründungs-veranstaltung teilgenommen hat. mir ist die fragliche und äusserst fragwürdige
    „Wand“ schon vor längerer zeit negativ aufgefallen, so dass ich mich vollinhaltlich
    der Initiative anschliessen kann!
    viel erfolg und beste grüsse hartmut hoeft

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  5. Dietrich
    26. Januar 2014

    Mich beschäftigt bei all der wunderbaren neuen Optik die atmosphärisch mit Abstand die alte Ansicht in den Schatten stellte die Umplanungskostenfrage, die ja nicht konkretisiert wird. Denn eine stimmige Planung umzuschmeißen ist entgegen sonstigen Gerüchten nicht billig zu haben. Ist der atmosphärische und praktische Vorteil so viel wert? Meistens ist dem so, dass Atmosphäre, in die man investiert (in Stil und Schönheit) zukünftig immer Geld anzieht. Städte mit Atmosphäre vs. ohne Atmosphäre hecheln Jahrhunderte genau so einem Defizit hinterher, als wollten sie einen Fluch abschütteln, ihre Stadt immer nur zugunsten lieblos/kostengünstig „möbliert“ zu haben. Zum Glück ist das mit Berlin bisher noch nicht genug lieblos geschehen. Schwein gehabt. Also Klotzen kann manchmal wichtig sein, um Magnetismus zu generieren. Das zuerst mal. Aber es gibt auch dazu, zu den Kosten, noch eine technsiche Frage: Wie verhält sich der offene Bau strömungstechnisch an dieser Stelle. Das muss in Modellversuchen getestet werden, in Windkanälen, um nicht später den Bau wegen katastrophaler Luftströmungen als besucherfeindlichen Ort und nicht zum Flanieren geeignet abschreiben zu müssen. Denn es könnten ja plötzlich eisige Winde um die Gebäudeecken genau wg. so eines Umbaus pfeifen, über die fahrlässig-versehentlich keine Gedanken gemacht wurden. Also — das Bauchgefühl alleine, einfach nur „an die bessere Supermarktkassenschlange anstellen“ kann sich als Illusion entpuppen, dass es die bessere Wahl wäre. Fazit: sauber abwägen ;-).

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  6. Klaus Rudolf
    28. Januar 2014

    Baustop bis zur geklärten Finanzierung
    Nun für jeden sichtbar schießt der Schlossneubau in die Höhe. Die Finanzierung der Fassaden ist bis heute völlig offen. Der Schlossverein hat sich verpflichtet 75.Millionen andere Quellen sprechen von 80.Millonen für die Fassaden bereitzustellen. Heute sind wie man in der InfoBox erfährt nur 15.Millionen vorhanden. Hier baut man auf Pump und will möglichst schnell irreversible Tatsachen schaffen. Weder Presse noch Bürgerinitiative machen auf diesen Skandal aufmerksam. Nur ein sorfortiger Baustop bis zur geklärten Finanzierung kann die Lösung sein. Viel Zeit auch um dann über überzeugende neue Lösungen nachzudenken, für die dann auch wieder Spendengelder fließen.

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    • Daniel Wenzel
      3. Februar 2014

      Korrektur: In der Info Box erfährt man, dass bereits 32 Mio gespendet wurden.

      Davon man ab finde ich es sehr löblich, dass sich eine Initiative für eine schöne Innenstadt einsetzt.
      Beim Schloss sind sie zwar deutlich zu spät dran, aber direkt um die Ecke von irgendwann einmal die Bauakademie rekonstruiert werden soll sind recht hässliche Schuhkartons für Wohn- und Büronutzung geplant: http://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Wettbewerbe_am_Schinkelplatz_in_Berlin_2582285.html
      Es gibt sogar eine Initiative die sich gegen die Verunstaltung des Schinkelplatzes einsetzt. Vielleicht können sie sich irgendwie zusammentun – denn hier können sie im Gegensatz zum Schloss noch etwas bewirken.

      Vielen Dank und schöne Grüße
      D.W.

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  7. cornel
    4. Februar 2014

    Ich frage mich bei Ihrer Initiative…WARUM haben Sie nicht vor Jahren schon diese Initiative gegründet?

    Wo war Herr Braunfels, dessen plötzlich laut gewordene Kritik erst aufgekommen ist nachdem die Bodenplatte gegossen wird? Hat seine Kritik nicht nur etwas mit verletzter Eitelkeit zu tun, weil er eben nicht den Zuschlag bekam?

    Ja, es wäre schön gewesen, wenn das Schloß zur Spreeseite hin offen gewesen wäre..aber..die Vorgaben zum Bau des Humboldtforums werden dadurch nicht eingehalten.

    Würde man Ihrem Aufruf folgen, geschähe das Gleiche wie am BER!
    Durch andauernde Änderungswünsche wird die Bauzeit verlängert und die Kosten durch einen Baustopp in die Höhe getrieben. Leider!

    Eben WEIL ich den Bau des Humboldtforums in der privat finanzierten Hülle des Berliner Schlosses an dieser Stelle für unverzichtbar halte und eine sofort dann von interessierten Gruppen wieder vom Zaun gebrochener Streit um den Bau befürchte, bin ich GEGEN die Öffnung des Schlosses!
    Denn…DAS sollte jedem Unterstützer Ihrer Initiative klar sein: endlose Diskussionen um den Bau des Humboldtforums mit der rekonstruierten Hülle des Schlosses wären unweigerlich die Folge…und ich befürchte…der Kompromiss, der DANN herauskäme, liefe auf einen modernen Zweckbau hinaus!

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